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Debatten-Abend „Intelligente Netze“ (smart grids): Intelligente Netze: die neue Rolle der Verbraucher
Veröffentlicht: 31. Januar 2012.
 

Intelligente Netze: die neue Rolle der Verbraucher

Manfred Popp
Prof. Dr. M. Popp
Video-Screenshot Diskussionsrunde
Zusammenfassung des Debattenabends,
Video (2:17 Min),
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Video-Screenshot Fichtner
Prof. Dr. Wolf Fichtner,
Video (1:27 Min),
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Video-Screenshot Gölz
Dipl.-Psych. Sebastian Gölz,
Video (2:03 Min),
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Video-Screenshot Gößmann
Dr.-Ing. Thomas Gößmann,
Video (1:57 Min),
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Video-Screenshot Gößmann
Ralf Klöpfer,
Video (2:12 Min),
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Von
Manfred Popp (Manfred.Popp@energie-fakten.de)

Bisher wurde Strom nahe an den Verbrauchszentren auf die Sekunde bedarfsgerecht erzeugt. Mit dem Umsteigen auf Erneuerbare Energien geben wir diese räumliche und zeitliche Bedarfsorientierung auf. Räumlich haben die wichtigsten Erneuerbaren Energien, Solarenergie und Wind, ihre jeweiligen Stärken im Süden bzw. im Norden; zeitlich ist ihr Beitrag zur Energieversorgung von der Natur und nicht vom Bedarf bestimmt.

Der wichtigste Beitrag des Verbrauchers zur Energiewende besteht in der Verschiebung von Lasten aus Zeiten mit hohem Bedarf und geringen Angebot in Zeiten mit einem Überangebot an Erneuerbaren Energien. Alle Energieverbräuche im Haushalt, die nicht unbedingt zu bestimmten Zeiten erfolgen müssen, wie Wäsche Waschen und Trocknen, müssen in lastarme Zeiten verschoben werden.

Die Einführung von intelligenten Stromzählern („smart meter“), ist eine wichtige Voraussetzung dafür. Smart meter erlauben es dem Verbraucher wie dem Energieversorgungsunternehmen, jederzeit den aktuellen Verbrauch festzustellen und über variable Strompreise abzurechnen. In Deutschland bestehen noch Akzeptanzprobleme, weil auch Informationen über das Verhalten der Bewohner übertragen werden, und weil Sorgen vor möglichen Manipulationen durch Dritte oder vor der Einschleppung von Viren bestehen.

Aber die Einführung von intelligenten Zählern und zeit-variablen Tarifen löst das Problem ohnehin nicht allein. In einem Feldversuch, an dem sich über 2000 Haushalte beteiligten. wurde nur eine Verbrauchseinsparung von 3,7 % erzielt. Das Problem ist, dass Konzepte für intelligente Netze auf technisch-ökonomischem Denken basieren. Das Verbraucherverhalten wird aber sehr stark durch Lebensstile, Wertorientierungen und Praktiken des Alltags bestimmt.

Benötigt wird eine neue Generation von Elektrogeräten, die via Internet miteinander kommunizieren und ferngesteuert werden können. Diese neuen Systeme können eine tarifliche Optimierung durch Lastverschiebung ohne aktive Mitwirkung des Verbrauchers erzielen. Ihre Möglichkeiten gehen aber weit darüber hinaus. Zielvorstellung ist es dabei, die verschiedenen Funktionen eines Hauses oder einer Wohnung insgesamt bedarfsgerecht zu steuern. Aber dies wird erst wirksam, wenn alle Elektrogeräte durch neue, internet-fähige ersetzt sein werden.

Immer mehr Verbraucher werden auch gleichzeitig zu Energieversorgern, vor allem durch die große Zahl der in Deutschland installierten Photovoltaik (PV)-Anlagen. Durch sie sind die bisher nur zur Verteilung an die Endkunden betriebenen Mittel- und Niederspannungsnetze vor allem im ländlichen Raum häufig überlastet. Überversorgungslagen werden mit dem weiteren dezentralen Ausbau der Erneuerbaren Energien immer häufiger auftreten. Deshalb könnte auch die lange verpönte elektrische Speicherheizung eine Renaissance erleben, vor allem in Gebieten mit viel PV- und Windenergie-Anlagen. Denn wenn es um die Nutzung überschüssiger Energie geht, verlieren alle bisherigen Effizienzüberlegungen ihre Gültigkeit.

Die Energie-Wende wird also unsre Lebensgewohnheiten tiefgreifend verändern. Moderne Konzepte wie „smart home“ können helfen, dies ohne größeren Komfortverzicht zu leisten.

Weitere Informationen können Sie der Langfassung (pdf, rd. 360 kB) entnehmen.

Hier können Sie die Kurz- und Langfassung zusammen herunterladen (pdf, 1 MB). Dieser Text wurde am 31. Januar 2012 veröffentlicht.

Siehe auch

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