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Thesenpapier zur Kraft-Wärme-Kopplung

Energie-Fakten > Übergeordnete Themen > Thesen zur KWK ...
 

Von W. PfaffenbergerPfaffenberger
(Lebenslauf, Link zur International University Bremen)

Die Texte, die in dieser Rubrik veröffentlicht werden, sind nicht für die "Energie-Fakten" geschrieben worden. Die Verfasser haben uns aber auf Anfrage gestattet, sie in diesem Rahmen zu veröffentlichen. Die "Energie-Fakten" sind an solchen Veröffentlichungen interessiert, soweit eigene Beiträge zu der Thematik nicht vorliegen und in nächster Zeit nicht vorgesehen sind.

These 1: Erzeugung von Strom und Wärme in einem gemeinsamen Prozess führt zu teilweise beträchtlicher Einsparung von Primärenergie. Dieser spezifische Vorteil verliert jedoch relativ an Bedeutung, wenn getrennte Erzeugung von Strom und Wärme mit höherem Energieausnutzunsgrad möglich ist.

These 2: Der Vorteil der Primärenergieeinsparung ist nicht automatisch ein Vorteil bezüglich von Umweltemissionen. Hier spielt die Brennstoffwahl bei Strom und Wärme eine entscheidende Rolle. Besonders vorteilhaft erweist sich Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) auf Erdgasbasis.

These 3: Treibhausgasemissionsbezogene Ziele werden nach der ersten Zielperiode von Kyoto (bis 2012) sicherlich schärfer ausfallen. Soll in Deutschland weiterhin Strom im beträchtlichen Umfang aus Kohle erzeugt werden, wie dies aus Gründen eines risikominimierenden Energiemixes geboten erscheint, so muss im Bereich Wärme so viel wie möglich auf der Basis von Gas KWK erzeugt werden, um Treibhausgasziel und Kohleeinsatz vereinbar zu machen.

These 4: Mit dem KWK-Gesetz werden explizite und implizite Ziele verfolgt (explizit: Reduktion von CO2, implizit: Übergangshilfe für Erzeuger mit KWK- Anlagen im Rahmen der Transformation in Richtung eines liberalisierten Strommarktes).

These 5: Das KWK-Gesetz hat im Hinblick auf die KWK-Definition (FW 308) einen robusten Kern.

These 6: Das KWK-Gesetz kann man allerdings kaum als Beitrag zu einer zukunftsorientierten Entwicklung der Stromerzeugung sehen. Deckelung der Förderung, zeitliche Begrenzung der Zuschlagszahlungen etc. charakterisieren das Gesetz eher als eine Erhaltungs- als eine Anpassungssubvention.

These 7: Die Förderung der Brennstoffzellen durch das KWK-Gesetz erscheint ordnungspolitisch verfehlt, da diese Technologie noch weit von der Marktreife entfernt ist. Hier wären stattdessen forschungs- und technologiepolitische Instrumente einzusetzen.

Allerdings erscheint die Förderung von Kleinbrennstoffzellen ohnehin wenig sinnvoll, da von ihnen kaum bessere Ergebnisse zu erwarten sind als von herkömmlichen Technologien.

These 8: Für die Zukunft wäre es richtig, die KWK-Politik in das allgemeine klimapolitische Regime zu integrieren und dementsprechend eine spezifische Förderung zurückzufahren.

These 9: Die Zukunft der KWK hängt von zwei wesentlichen Faktoren ab:

  1. der Entwicklung des Wärmebedarfs, der wirtschaftlich mit KWK versorgt werden kann und
  2. der technologischen Entwicklung im Bereich der getrennten Strom- und Wärmeerzeugung. Je höher die Energieausnutzung bei getrennter Erzeugung wird, desto kleiner wird der KWK-Vorteil. (Beispiel: heiße Brennstoffzelle in Kombination mit nachgeschalteter Turbine: Wirkungsgrad von 70 % erscheint erreichbar).

These 10: Der Technologie- und Brennstoffmix in der Stromerzeugung wird auf längere Sicht größeren Veränderungen unterliegen. Damit die geforderte höhere Umweltqualität im Bereich Strom und Wärme auf wirtschaftliche Weise erreicht werden kann, ist ein offener Rahmen erforderlich und eine möglichst geringe technologiespezifische Intervention.

 

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