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Welche Bedeutung hat die Kernenergie für die Welt?

Von Hans-Dieter Schilling
(
Hans-Dieter.Schilling@energie-fakten.de, Lebenslauf)

KurzfassungSchilling

6 Milliarden (Mrd.) Menschen leben heute auf der Erde. Jeder von ihnen verbraucht im Durchschnitt jährlich die 2 Tonnen (t) Steinkohle entsprechende Energiemenge, in den Entwicklungsländern meist sehr viel weniger, in den Industrieländern mehr (Deutschland: 6,5 t). In der Dritten Welt gelten 3 Mrd. Menschen als arm und leiden unter Mangel an Nahrung und Wasser. Ein wichtiger Grund dafür: Sie verfügen nicht über bezahlbare Energie. Deshalb werden dort pro Jahr auch 2 Mrd. m3 Holz verfeuert. Da Mineraldünger fehlt (für dessen Herstellung viel Energie aufgewandt werden muss), wird überdies in großem Stil Brandrodung betrieben.

Die Weltbevölkerung wächst weiter. 2050 werden 9 Mrd. Menschen erwartet. Schon in den nächsten 30 Jahren wird mehr Energie (Kohle, Erdöl, Erdgas) verbraucht werden als bisher seit der Beherrschung des Feuers.

Heute decken Kohle, Erdöl und Erdgas fast 90 % des Welt-Energiebedarfs. Anteil und Menge dieser fossilen Energieträger müssen wegen der Begrenztheit der Vorräte und zum Klimaschutz bis 2050 drastisch gesenkt werden. Energiesparen, höhere Nutzungsgrade und Substitution durch Regenerative Energien reichen dafür nicht aus. Ohne einen Beitrag der Kernenergie lässt sich eine „nachhaltige“, d. h. für uns und unsere Nachkommen verlässliche, wirtschaftliche und umweltverträgliche Energieversorgung nicht sicherstellen.

Derzeit tragen 438 Kernkraftwerke in 32 Ländern mit zusammen 370.000 Megawatt Leistung 18 % zum Stromverbrauch und 6 % zum gesamten Energieverbrauch der Welt bei. Sie ersparen uns jährlich die Verbrennung von 800 Millionen (Mio.) t Kohle und damit die Emissionen von 2 Mrd. t Kohlendioxid, 15 Mio. t Schwefeldioxid und 8 Mio. t Stickoxide. Die Kern(spaltungs)energie kann und muss künftig noch mehr leisten. Die Industrieländer müssen in diese anspruchsvolle Technik investieren, um mehr Öl für die Entwicklungsländer freigeben und dessen Preis einigermaßen stabilisieren zu können.

Die Kerntechnik wird heute in Ländern wie Deutschland voll beherrscht. Die Entsorgung einschließlich der Endlagerung des langlebigen Abfalls ist wissenschaftlich-technisch gelöst. Allerdings mangelt es vielfach der Politik an Mut, sie gegen Widerstände durchzusetzen.

Hochtemperatur- und Brutreaktoren eröffnen künftig zusätzliche Möglichkeiten. Langfristig (nach 2050) könnte ein maßgeblich auf Kernfusion beruhendes Versorgungssystem das Energieproblem der Menschheit lösen.

Weitere Informationen können Sie der Langfassung (pdf, 28 kB) entnehmen.
Hier können Sie Kurz- und Langfassung gemeinsam als pdf downloaden (pdf, rd. 28 kB). Dieser Beitrag wurde am 27. September 2001 veröffentlicht.

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