Energie-Fakten -> Archiv -> Beiträge eigener Autoren -> Wie sind die Aussichten einer solaren Wasserstoffwirtschaft?
 Veröffentlicht: 7. Februar 2002, aktualisiert: 2010

   

Wie sind die Aussichten einer solaren Wasserstoffwirtschaft?

Von Ludwig Lindner (Ludwig.Lindner@energie-fakten.de, Lebenslauf)

KurzfassungLindner

Wasserstoff wird häufig als Energieträger der Zukunft genannt, ist aber als Rohstoff in der Natur nicht direkt verfügbar. Er muß erst einmal hergestellt werden, denn er kommt in der Natur nur in gebundener Form vor. Dazu muß er erst in aufwendigen Verfahren aus fossilen Energieträgern oder durch Elektrolyse hergestellt werden. Die Wasserstoffherstellung aus fossilen Rohstoffen macht langfristig keinen Sinn, da diese endlich sind und auch noch künftigen Generationen erhalten bleiben sollten (Aspekt der Nachhaltigkeit). Deshalb wird häufig die Wasserstofferzeugung durch Elektrolyse von Wasser mit Solarstrom in die Diskussion gebracht.

Die Aussichten einer solaren Wasserstoffwirtschaft für stationäre Anlagen sind als gering anzusehen. Letztlich macht es keinen Sinn die "Energieform Strom" mit der höchsten Veredelungsstufe in Wasserstoff umzuwandeln, um diesen dann unter Verlust wieder in Strom/Wärme umzuwandeln.

Dies gilt auch für die Überlegungen Solarstrom in der Wüste (z.B. Sahara) zu erzeugen und diesen Strom für die Herstellung von Wasserstoff (Transport von gasförmigem Wasserstoff per Rohrleitung oder als Flüssig-Wasserstoff per Schiff nach Europa) einzusetzen. Dann wäre eine verlustarme Stromübertragung mit Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) der bessere Weg, der bereits technisch in Südafrikaüber 1800 km realisiert ist.

Für bewegliche Anlagen, z.B. im PKW wäre die Erzeugung von Wasserstoff mit stationären Solarzellen theoretisch denkbar, sie dürfte jedoch aus Kostengründen ausscheiden (der Solarstrom ist auf lange Zeit viel zu teuer).

Langfristig ist der Einsatz der CO2-freien Kernenergie der sinnvollste und kostengünstigste Weg, sei es zur Erzeugung von Wasserstoff für PKW's oder zur Beladung von Akkus von Elektroautos - falls die Entwicklung hier beträchtliche Fortschritte machen sollte. Dies ist die Meinung der Mehrheit der Fachleute des Vereins Deutscher Ingenieure (Leserbriefumfrage VDI-Nachrichten September 2000).

Näheres ist der Langfassung (pdf) zu entnehmen.

Hier können Sie Kurz- und Langfassung gemeinsam als pdf downloaden (pdf, rd. 46 kB). Dieser Beitrag wurde am 7. Februar 2002 veröffentlicht und im April 2010 aktualisiert.

Ein kostenfreies Programm zur Darstellung und zum Ausdruck von PDF-Dateien und zusätzlichem Browser Plug-In zur On-Line-Darstellung in Ihrem Browser erhalten Sie zum Beispiel unter folgenden Adressen:

Adobe Deutschland

Adobe International

Siehe auch:

  • Welchen Beitrag können die regenerativen Energien leisten?
  • Wasserstoff - die Zeichen stehen ungünstig (PDF, 96 kB) Quelle: cci Print-Schweiz Nr. 2/2003
  • Screenshot Andreas Friedrich Energie-Fakten zu Gast im Wasserstoff-Labor des Instituts für Kern- und Energietechnik des Karlsruher Institut für Technologie (KIT).
    Dr. Andreas Friedrich führt in den Energieträger Wasserstoff ein und gibt praktische Hinweise zum Umgang in zukünftigen Energiesystemen. Er reißt die Themen Diffusionsvermögen, Zündenergie, Brennbarkeitsbereich und laminare Brenngeschwindigkeit an. Für die Mitglieder des Energie-Fakten e. V. zündet er rund 1 Gramm Wasserstoff und gibt einen Einblick in die die theoretischen Betrachtungen, die Simulationen im Institut und deren experimentelle Überprüfung. … zum Video (4:49 Min.)
  • Hintergründe und weitere Texte sowie Links zum Thema Wasserstoff

 

Hier können Sie gratis unseren Newsletter bestellen und sich über neue Antworten auf unserer Webseite informieren lassen.