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Welche Auswirkungen hat eine weltweite Verteuerung von Rohstoffen auf die künftige Entwicklung der Energieversorgung ?

Von Dieter Herrmann
(
Dieter.Herrmann@energie-fakten.de, Lebenslauf)

KurzfassungD. Herrmann

Zwischen Mitte 2003 und Frühjahr 2004 sind die Preise vieler nicht-energetischer Rohstoffe auf den Weltmärkten sprunghaft angestiegen. Rohstoffpreise waren plötzlich ein öffentliches Thema. Vor allem von China mit seiner boomenden Wirtschaft wurde berichtet, dass es im großen Stil einkauft. Inzwischen hat sich dieser Preisauftrieb etwas verlangsamt. Seinen Platz im öffentlichen Bewusstsein hat die noch stärker spürbare Verteuerung von Erdöl und Erdgas eingenommen. Dennoch bleibt die Frage, ob nicht ein Zusammenhang zwischen beidem besteht, und wie es weiter geht, sowohl mit den Rohstoff- als auch den Energiepreisen?

Wie an Hand von Wirtschaftsdaten gezeigt werden kann, hat sich im Verhältnis von Konjunktur der Industrieländer und Rohstoffpreisen seit einigen Jahren Grundlegendes verändert. Während die Preise bis Ende 2001 fast proportional zur Konjunktur stiegen oder fielen, sind ihrem Sinken durch die wachsende Nachfrage Dritter inzwischen enge Grenzen gesetzt. Damit bleibt die in Konjunkturflauten früher übliche Entlastung durch sinkende Rohstoffimportpreise aus. Gleichzeitig verstärken arbeitssparender technologischer Fortschritt und Produktionsverlagerungen die negativen sozialen Folgen eines zu geringen Wachstums. Unter diesen Bedingungen wird Wachstumsbeschleunigung immer mehr zu einer Schlüsselfrage sozialer Stabilität. Ein mit fortschreitender Globalisierung zunehmend weltweites Wachstum dürfte aber den weltweiten Rohstoff- und Energiebedarf weiter kräftig ansteigen lassen, ihn langfristig vervielfachen.

Durch technologischen Fortschritt, vor allem eine immer intelligentere Robotik, ist es prinzipiell möglich, die Gewinnung und Rückgewinnung von Rohstoffen erheblich auszudehnen sowie gleichzeitig sicherer und umweltfreundlicher zu machen. Hinreichende Bedingung ist eine ebenbürtige Energieversorgung. Diese muss einen dann weltweit stark wachsenden Bedarf vor allem an elektrischer Energie (Grundlast) und Prozesswärme decken können, und zwar weitgehend unabhängig von unterschiedlichen Standortbedingungen vergleichbar schnell, sicher, umweltfreundlich und wirtschaftlich. Wichtige Beiträge sind dabei von Energieeinsparung, effizienterer Nutzung fossiler Brennstoffe und dem Einsatz regenerativer Energien zu erwarten, die aber allesamt auch ihre prinzipiellen Grenzen haben. Allein Kernenergie (Kernspaltung, später ggf. ergänzt durch Kernfusion) hat das Potenzial, solchen qualitativ und quantitativ neuen Anforderungen in zunehmender Breite dauerhaft gerecht zu werden. Konsequent weiter gedacht heißt das: Unter sich entsprechend verändernden globalen Bedingungen kann nicht länger der Ausstieg aus der Nutzung, sondern muss das Ausschöpfen weiterer Verbesserungsmöglichkeiten dieser leistungsfähigen Energiequelle das „Gebot der Stunde“ sein. Das betrifft deren Sicherheit und Umweltfreundlichkeit ebenso wie Anwendungsbreite und Wirtschaftlichkeit.

Weitere Informationen können Sie der Langfassung entnehmen.
Hier können Sie Kurz- und Langfassung gemeinsam als PDF downloaden (PDF, 290 kB). Dieser Beitrag wurde am 20. Oktober 2005 veröffentlicht.

Dieser Text ist weit länger als das übliche Format der "Beiträge eigener Autoren" in den "Energie-Fakten.de". Der Lenkungsausschuss hat ihn angenommen, weil der Verfasser darin eine interessante und diskussionswürdige These vertritt.

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