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Spielen die hohen Rohstoffpreise überhaupt noch eine Rolle für die Entwicklung der Energieversorgung, wo sich doch heute alles um den Klimaschutz dreht ?

Von Dieter Herrmann
(
Dieter.Herrmann@energie-fakten.de, Lebenslauf)

KurzfassungD. Herrmann

Gute Frage! Aber, dieser Widerspruch besteht nur scheinbar. In Wirklichkeit handelt es sich um unterschiedliche Seiten ein und derselben Medaille, nämlich den unabdingbaren Übergang zu neuen Dimensionen und Formen der Nutzung sowie des Schutzes der Natur. Zur Erinnerung: Die Weltbevölkerung hat sich im letzten Jahrhundert rund vervierfacht. Absehbar werden die sieben Milliarden überschritten. Die heutige Art der Nutzung globaler Ressourcen ist bereits im bisherigen Umfang nicht dauerhaft möglich, geschweige denn auf eine weiterhin wachsende Menschheit übertragbar, deren materielle Lebensbedingungen sich auf hohem Niveau annähern. Verzicht und Umverteilung sind keine nachhaltigen Lösungen. Nur moderne Technologien bieten die Chance, den materiellen Wohlstand weltweit grundlegend zu steigern und dennoch die Stabilität der Natur zu erhalten. Aber, die Lösungen liegen nicht fertig auf dem Tisch! Sie müssen unter den jeweils realen Bedingungen entwickelt, erprobt und durchgesetzt werden. Dabei reflektieren Rohstoffpreise die sich verändernde ökonomische Realität globaler Ressourcennutzung, während der Klimaschutz vor allem auf die langfristige Zukunftstauglichkeit hierbei notwendiger Entscheidungen abzielt.

Vom Autor werden seit geraumer Zeit Veränderungen der Rohstoffpreise hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Zukunft globaler Energieversorgung analysiert. Bisherige Ergebnisse wurden für die „Energie-Fakten.de“ in den beiden Beiträgen dargestellt: „Welche Auswirkungen hat eine weltweite Verteuerung von Rohstoffen auf die künftige Entwicklung der Energieversorgung ?“ (2005) sowie „Bestätigen neuere Entwicklungen eine Trendwende globaler Rohstoffversorgung ?“ (2006). Nach zunächst fast unmerklichen strukturellen Veränderungen ab Ende 2001 sowie regelrechten „Preisexplosionen“ zwischen Ende 2005 und Mitte 2007 zeichnen sich momentan bestimmte Sättigungstendenzen im Wachstum der Rohstoffpreise ab. Sie sind Ausdruck der Schwierigkeiten, die globale Rohstoffversorgung nach Jahrzehnten relativer Stagnation wieder stabil auf Wachstum zu trimmen. Sind diese erst einmal überwunden, wird mit der Rohstoffproduktion auch der globale Energiebedarf wieder stark anwachsen. Neben weiterer Effizienzsteigerung muss die globale Energieversorgung dann schrittweise auf eine neue Primärenergiebasis gestellt werden, die weltweit eine vergleichbar sichere, umweltfreundliche sowie bedarfsgerechte und kostengünstige Energiebereitstellung ermöglicht. Absehbar kann das nur Kernenergie leisten, die in internationaler Zusammenarbeit hierfür weiterentwickelt wird. Verbindliche CO2-Minderungsverpflichtungen unterstützen nicht nur die Effizienzsteigerung, sondern auch jenen langfristig notwendigen Strukturwandel der Primärenergiebasis.

Weitere Informationen können Sie der Langfassung entnehmen. Hier können Sie Kurz- und Langfassung gemeinsam als PDF downloaden (PDF, rd. 340 kB). Dieser Beitrag wurde am 13. Dezember 2007 veröffentlicht.

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