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Bestätigen neuere Entwicklungen eine Trendwende globaler Rohstoffversorgung ?

Von Dieter Herrmann
(
Dieter.Herrmann@energie-fakten.de, Lebenslauf)

KurzfassungD. Herrmann

Im Beitrag „Welche Auswirkungen hat eine weltweite Verteuerung von Rohstoffen auf die künftige Entwicklung der Energieversorgung ?“ („Energie-Fakten.de“, Oktober 2005) ging der Autor auf strategische Zusammenhänge von globaler Rohstoff- und Energieversorgung ein. An Hand geeigneter Indikatoren wurde gezeigt, dass sich seit einigen Jahren qualitative Umwälzungen auf den globalen Rohstoffmärkten vollziehen. Konnten früher die Industrieländer durch moderate Nachfrage das Preisniveau begrenzen, haben heute Schwellenländer wie China und Indien mit ihrem „Rohstoffhunger“ wachsenden Einfluss auf die Preisentwicklung.

Bei anhaltendem Preisanstieg lohnen sich verstärkte Anstrengungen zu Einsparung und Substitution sowie zur Ausweitung von Recycling und primärer Rohstoffproduktion. Aber diese Maßnahmen verlangen selbst zunächst Vorleistungen an Rohstoff und Material, ehe sie langfristig zur Entlastung der Versorgungslage beitragen. Gleichzeitig sind sie mit erheblich wachsenden Anforderungen an die Energieversorgung verbunden. Deren notwendige Erweiterung wird den Rohstoffbedarf nochmals verstärken. Gleichzeitig dürfte sich die Wettbewerbsfähigkeit materialintensiver Energieversorgungslösungen verschlechtern.

Als relativ einfacher und hinreichend empfindlicher Indikator für die qualitativen Veränderungen wurde das Verhältnis „mittlerer Metallpreis, $-Basis“ (Grundlage: 7 Nichteisenmetalle) zu „mittlerer Aktienkurs, Industrieländer“ (Grundlage: 5 repräsentative Aktienindizes) untersucht. Es erfährt bereits im Herbst 2001 eine deutliche Trendänderung. Die Fortschreibung der Analyse über den damaligen „Redaktionsschluss“ 09/05 hinaus verdeutlicht, dass sich der neue Trend bislang ungebrochen fortsetzt. Mehr noch, der das Rohstoffpreisniveau repräsentierende „mittlere Metallpreis“ hat sich in diesem knapp einen Jahr nahezu verdoppelt. Absolut ist er dabei stärker gewachsen als während der vorangegangenen drei Jahre insgesamt.

Inzwischen werden die Auswirkungen allgemeiner Rohstoffverteuerung auch von der breiten Öffentlichkeit immer deutlicher wahrgenommen. Dennoch gibt es bislang kaum Vorstellungen über Fortgang und Tragweite dieser Entwicklung – von adäquaten Schlussfolgerungen für die langfristige weitere Entwicklung der Energieversorgung gar nicht zu reden! Durch Analyse der Struktur jener komplexen Entwicklungsabläufe kann vorliegend gezeigt werden, dass der qualitative Umbruch globaler Rohstoffversorgung bereits weit fortgeschritten und gegenwärtig in eine neue entscheidende Phase eingetreten ist. Sachgerechte Entscheidungen für die Energieversorgung werden somit immer drängender. Aber sie werden auch einfacher zu treffen sein, je klarer sich die künftigen Rahmenbedingungen abzeichnen.

Weitere Informationen können Sie der Langfassung entnehmen.
Hier können Sie Kurz- und Langfassung gemeinsam als PDF downloaden (PDF, 340 kB). Dieser Beitrag wurde am 12. Oktober 2006 veröffentlicht.

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