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Was geschieht zur Verhinderung der Verbreitung von Atomwaffen ? (Proliferation)

Von Joachim Grawe und Günter Keßler
(
Joachim.Grawe@energie-fakten.de und Guenter.Kessler@energie-fakten.de)

Kurzfassung

Grawe
Prof. Dr. J. Grawe
KesslerProf. Dr. Guenther Kessler

Wie viele Techniken kann  die Kernspaltung von Uran und Plutonium auch militärisch genutzt oder missbraucht werden. Sie wurde sogar erstmals für Atombomben am Ende des 2. Weltkrieges eingesetzt und geriet dadurch in Misskredit. Erst einige Jahre später erkannte man ihren Wert als kostengünstige und umweltverträgliche Energie mit großem Potential  und hoher Versorgungssicherheit.

Uranbomben erfordern hoch (von natürlicherweise 0,7 % auf 93 % des spaltbaren Isotops U235) angereichertes Uran. Bomben-Plutonium muss mindestens 94 % des spaltbaren Isotops Pu239 enthalten – im Unterschied zu Reaktor-Plutonium, das aus einem anders zusammengesetzten Isotopen-Gemisch besteht. Zur Gewinnung des nuklearen Sprengstoffs sind in beiden Fällen aufwändige und teure Verfahren notwendig. Zwar ließen sich nukleare Sprengkörper geringer Effizienz und dürftiger Zuverlässigkeit von Staaten mit sehr hoch entwickelter Militär-Technologie auch durch Verwendung von Reaktor-Plutonium herstellen. Der dazu notwendige Aufwand würde sich aber nicht lohnen. Terroristische Gruppen haben inzwischen  in den biologischen und chemischen Waffen ohnehin leichter zu beschaffende Alternativen.

Neben den USA und Russland (ehemalige UdSSR) besitzen heute sechs weitere Staaten Nuklearwaffen. Keiner von ihnen ist bei sener Entwicklung den Weg über zivile Leistungsreaktoren (Kernkraftwerke) gegangen.

Die Staatengemeinschaft verfolgt das Ziel, die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen, vor allem auch von nuklearen Sprengköpern („Atombomben“) zu verhindern. Zu diesem Zweck wurde schon 1957 die Internationale Atomenergie-Agentur (IAEA) geschaffen. 1968 wurde der Nichtverbreitungsvertrag (NPT) geschlossen. Ihm gehören bisher 189 Staaten an. Die Mitgliedstaaten dürfen Kernwaffen weder produzieren noch erwerben. Soweit sie Atommächte sind, müssen sie ihr nukleares Arsenal abrüsten.

Nicht verbreitet werden sollen – ausser (waffentauglichem) Spaltmaterial – insbesondere sog. sensible Techniken und Anlagen. Das sind solche zur Isotopen-Anreicherung und zur Trennung von Uran und Plutonium in Wiederaufarbeitungsanlagen. Die IAEA ist zu wirksamen Kontrollen ermächtigt und schaltet bei Verstößen den Weltsicherheitsrat ein.

In Deutschland wird die sog. Safeguards-Überwachung von der EURATOM im Auftrag der IAEA seit Jahrzehnten wirksam ausgeübt. Soweit Verstöße vorkamen, hingen sie nicht mit dem Betrieb der Kernkraftwerke zusammen.

Gegenwärtig wird international verhandelt über eine Verlängerung und Überarbeitung des NPT. Besonderes Augenmerk richtet sich auf Iran und Nordkorea, die verdächtigt werden, die militärische Nutzung der Kernspaltung anzustreben.

Weitere Informationen können Sie der Langfassung entnehmen.
Hier können Sie Kurz- und Langfassung gemeinsam als PDF downloaden (PDF, 48 kB). Dieser Beitrag wurde am 9. Juni 2005 veröffentlicht.

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