Energie-Fakten -> Archiv -> Beiträge eigener Autoren -> Welche Bedeutung haben Betriebsstörungen und Störfälle in Kernkraftwerken? (Meldepflichtige Ereignisse)

Welche Bedeutung haben Betriebsstörungen und Störfälle in Kernkraftwerken?

(Meldepflichtige Ereignisse)

Von Erwin Lindauer
Dr. Lindauer(
Erwin.Lindauer@energie-fakten.de, Lebenslauf)

Kurzfassung

Jedes Kernkraftwerk (und ebenso jede andere kerntechnische Anlage) muss einen Sicherheitsbeauftragten haben. Dieser verantwortet u. a. die gesetzlich vorgeschriebenen Überwachungen und die Meldungen von Ereignissen, die vom „Normalbetrieb“ abweichen, an die zuständigen Behörden. Solche Meldungen müssen unabhängig vom Gewicht der Abweichung zügig erstattet werden.

Die Eilbedürftigkeit der Meldung wird in der Skala der deutschen Aufsichtsbehörden nach der (abnehmenden)  Schwere der Ereignisse nach S, E und N klassifiziert mit  Meldefristen zwischen sofort für S und 5 Tagen für N.

Die internationale Bewertungs-Skala für bedeutsame Ereignisse in Kernkraftwerken INES kennt sieben Stufen. Die Stufen 1 bis 3 beziehen sich auf Betriebsstörungen,  ab Stufe 4 handelt es sich um Unfälle. Dabei ist der gravierendste Fall Nr. „7“. Bei deutschen Kernkraftwerken hat es bisher nur vereinzelt Fälle der Kategorie 2 (Störfall mit begrenztem Verlust bei den gestaffelten Sicherheitsvorkehrungen) gegeben. Der Unfall von Harrisburg/USA  wurde in Nr. 5 (Ernster Unfall mit begrenzter Freisetzung von Radioaktivität, Einsatz einzelner Notfallschutzmaßnahmen und schweren Schäden am Reaktorkern) eingeordnet, derjenige von Tschernobyl/Ukraine in Nr. 7 (Katastrophale Freisetzung von Radioaktivität mit weitreichenden Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt).

Die gemeldeten Ereignisse und ihre Ursachen werden durch den Kraftwerksbetreiber, die Behörde und deren Gutachter sowie in gravierenden Fällen durch die Reaktorsicherheitskommission analysiert. Das Ergebnis der kraftwerksübergreifenden Analysen, die im Wesentlichen  durch die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) und VGB Power Tech, den europäischen Verband der Kraftwerksbetreiber, durchgeführt werden, wird allen Kraftwerken übermittelt. Dieses  Meldeverfahren  bewirkt  einen  intensiven Informationsaustausch über sicherheitstechnisch relevante Erfahrungen auch von relativ geringer Bedeutung.  Dadurch ist es ein wichtiges Mittel zur ständigen Erhöhung der Sicherheit der Kernkraftwerke durch Beseitigung möglicher Schwachstellen. (Ereignis-Ursachen).

Im Zeitraum 1997 bis 2003 traten – wie in den früheren Jahren – wiederum  nahezu nur Ereignisse der Kategorie N auf.  Drei  Ereignisse wurden als „S“ kategorisiert. Auf der INES wurde in 2 Fällen eine Einstufung als „2“ vorgenommen. Die Ereignisse sind in der „Fachspezifischen Langfassung“ dieses Beitrags beschrieben.

Näheres ist der Langfassung (pdf, 60 kB) zu entnehmen.

Hier können Sie Kurz- und Langfassung gemeinsam als PDF downloaden (pdf, 60 kB). Dieser Beitrag wurde am 31. März 2005 veröffentlicht.

Ein kostenfreies Programm zur Darstellung und zum Ausdruck von PDF-Dateien und zusätzlichem Browser Plug-In zur On-Line-Darstellung in Ihrem Browser erhalten Sie zum Beispiel unter folgenden Adressen:

Orth

Adobe Deutschland

Adobe International

Siehe auch

Zu einem Teil der hier angeschnittenen Fragen finden sich weiterführende Informationen in mehreren Beiträgen unter www.Energie-Fakten.de:

Jemandem diese Seite per Email empfehlen.
Hier können Sie gratis unseren Newsletter bestellen und sich über neue Antworten auf unserer Webseite informieren lassen.