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Dieser Beitrag wurde am 12. März 2009 veröffentlicht.

Kann „Das regenerative Kombikraftwerk“ eine gesicherte Stromversorgung gewährleisten?

Von Eberhard Wagner
(
Eberhard.Wagner@energie-fakten.de, )

KurzfassungWagner

Die Elektrizitätserzeugung aus Erneuerbaren Energien soll gemäß allgemeinen, auch wesentlich politischen Aussagen, in zwei bis drei Jahrzehnten alleine den gesamten Strombedarf Deutschlands decken. Die entsprechenden Kraftwerke können allerdings eine bedarfsgerechte Stromversorgung nicht sicherstellen, wie Erfahrungen zeigen.

Dem Vorwurf dieser „Unflexibilität“, resultierend aus den großen Leistungsschwankungen besonders der Windkraft und der Fotovoltaik, wird nunmehr mit dem Konzept „Kombikraftwerk“ begegnet.

In einer Untersuchung* dazu wird dargelegt, dass Windkraft und Fotovoltaik je nach natürlichem Angebot ihren vollen Beitrag zur Deckung des Strombedarfs leisten sollen. Kurzfristige Bedarfs-Schwankungen sollen Biogas-Anlagen (Blockheizkraftwerke) und ein Pumpspeicher-Kraftwerk ausgleichen; zusätzlich sollen diese Techniken zur (indirekten) Strom-Speicherung genutzt werden. Überschüssiges Bio-Erdgas soll dem Erdgasnetz zugeführt werden. Ggf. überschüssiger Strom soll in das Stromnetz (Verbundnetz) eingespeist werden. Bei Strommangel soll das Stromnetz in Anspruch genommen werden. Resümee der Untersuchung: „Einer Vollversorgung mit Erneuerbaren Energien stehe damit technisch nichts im Wege“.

Das Konzept des Kombikraftwerks ist gängige Praxis der Stromversorgung. Bereits vor 1900 wurde das Prinzip des „Lastverteilers“ entwickelt. Heute erfüllen diese Aufgaben die Transport- und Handels-Gesellschaften aller großen Stromversorger. Ebenfalls müssen alle (Einzel-) Netzbetreiber in ihren „Regelzonen“ für einen vollkommenen und unmittelbaren Ausgleich von Stromerzeugung und Stromverbrauch sorgen. Alle diese Unternehmen erfüllen demnach die Funktion eines „Kombikraftwerks“. Insoweit stellt das vorgestellte Konzept keine Neuerung dar.

Das vorgestellte System „Kombikraftwerk“ hat „offene Grenzen“. Es ist für sich nicht autark. Es bedient sich fremder Systeme (Verbundnetz, Erdgasnetz, Pumpspeicher-Kraftwerk), die nicht in seiner Verfügungsmacht (Steuerung, Regelung) stehen. Das Stromnetz spielt bei dieser Beurteilung eine gesonderte Rolle, denn es muss allen Kraftwerken zur Verfügung stehen. Das Kombikraftwerk stützt sich auf die sichere Funktion des Stromnetzes als auch des Erdgasnetzes.

Im Konzept wird nicht dargelegt, inwieweit die Regenerativ-Kraftwerke einen Beitrag zur Leistungs-Frequenz-Regelung beitragen können. Dieser ist unverzichtbar, wenn es zukünftig keine konventionellen Kraftwerke geben soll.

Mit diesen Voraussetzungen kann das Konzept nicht den Nachweis für eine wirklich „autarke“ und gesicherte Stromversorgung erbringen.

*) Institut für Solare Energieversorgungstechnik – ISET, Kassel: Das regenerative Kombikraftwerk; 10. Symposium Energieinnovation, Febr. 2008, Graz (A).

Weitere Informationen können Sie der Langfassung entnehmen.


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