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Veröffentlicht: 7. Dezember 2010

Gibt es wissenschaftlich seriöse Argumente, die gegen eine vom Menschen verursachte Erwärmung des Erdklimas sprechen?

Christoph Kottmier
Prof. Dr. C. Kottmeier
Von
Christoph Kottmeier (christoph.kottmeier@energie-fakten.de)

Antwort

Vom 29. November bis 10. Dezember dieses Jahres findet in Cancún (Mexico) wieder ein Welt-Klimagipfel statt. Vor allem von Ländern, die ein Klimaschutzabkommen ablehnen, werden Zweifel an der Eindeutigkeit der Klimaprognosen vorgebracht, die hier im Licht des neuesten Stands der Forschung bewertet werden sollen.

  1. Der Treibhauseffekt ist eine nicht zu bezweifelnde Tatsache. Vor allem die atmosphärischen Spurengase Wasserdampf, CO2 und Methan, lassen die Wärmestrahlung der Sonne ungehindert durch, absorbieren aber die wesentlich langwelligere Rückstrahlung der Erdoberfläche und geben ihre Wärme dann wieder an die Erdoberfläche und an den Weltraum ab. Ohne diesen Effekt ihn würde die mittlere Temperatur an der Erdoberfläche statt 14 °C nur -18 °C betragen.
  2. Es gibt auch zur Zeit keine Pause in der Erwärmung. Die Periode 2001-2009 war um 0.43 °C wärmer als der Mittelwert 1961–1990 und um 0.19 °C wärmer als die Dekade 1991–2000. Die letzten Jahre mit Ausnahme 1996 zählten alle zu den fünfzehn wärmsten Jahren seit 1961. Aber selbst wenn es eine Pause gäbe, wäre sie kein Gegenbeweis für die Klimaerwärmung. Die Temperaturmessungen von 1876 bis heute zeigen vielfältige Schwankungen von Jahr und Jahr und oft auch über 5 – 10 Jahre und dokumentieren Klimaeinflüsse unterschiedlichster Art, insgesamt aber einen deutlichen Anstieg. Ein gleichmäßiger Anstieg ist aufgrund der Variabilität der Sonnenstrahlung, der atmosphärischen Schwebteilchen (Aerosole), der Vulkanstaubemissionen und vor allem interner Schwankungen im Klimasystem nicht zu erwarten.
  3. Es hat viele Warmphasen in der Erdgeschichte gegeben, die nicht vom Menschen ausgelöst waren. Die Kohlendioxidgehalte der Atmosphäre sind Teile des großen Kohlenstoffkreislaufs der Erde. Sie sind kurzzeitig deutlich größer als das, was der Mensch durch Verbrennung fossiler Brennstoffe hinzufügt, aber – und das ist wichtig – die natürlichen Vorgänge heben sich im Laufe der Zeit wieder auf. Der Mensch stört das Gleichgewicht empfindlich, die CO2-Kurven von Hawaii und inzwischen vielen anderen Messorten zeigen die Zunahme ganz ohne Zweifel. Heute liegen wir bei einem weit höheren Wert der CO2-Konzentration als in den letzten 800.000 Jahren.
  4. Einflüsse der Sonne können die Erderwärmung nur zu etwa 18 % erklären; etwa 0.2 °C Temperaturanstieg in diesem Jahrhundert könnte durch solare Einflüsse bewirkt werden.
  5. Andere Spurengase wie Methangas, Lachgas, Fluorkohlenwasserstoffe, Schwefelhexafluorid, Vulkanausbrüche und Wasserdampf wären bei gleicher Konzentration zwar klimawirksamer als CO2, sie sind aber viel verdünnter vorhanden und entfalten deshalb diese Wirkung nicht.
  6. Es ist üblich, dass unterschiedliche Meinungen in der Wissenschaft bestehen. Es gibt auf der Welt über 10.000 Klimaforscher. Als zentrales Forum wurde von den Vereinten Nationen International Panel on Climate Change IPCC gegründet, dessen Modellrechnungen heute die Grundlage für die internationalen Bemühungen zum Klimaschutz bilden. Das schließt nicht aus, dass einzelne Fachwissenschaftler in Details abweichende Auffassungen vertreten. Die Fachwelt stimmt aber nahezu geschlossen in der Bewertung überein, dass die beobachtete Erderwärmung zu einem großen Teil vom Menschen verursacht ist.

Daneben gibt es noch eine Reihe von häufig in der Presse zitierten „Klimakritikern“. Ihre Thesen sind bisher in der Literatur alle schlüssig wiederlegt worden oder ihre falsche Bewertung des gesamten Problems ist längst überholt, zum Teil sind grundlegende physikalische Fehler in den Argumenten enthalten.

  1. Es gibt keine Forschungslobby. Die Forschungsprojekte in Deutschland werden von unabhängigen Fachkollegen geprüft, bevor sie gefördert werden. Diese Begutachtungen sind sehr kritisch. Es gibt noch einen großen Forschungsbedarf, zum Beispiel zur Rolle der Aerosole, zu Änderungen in der Stratosphäre oder zum regionalen Klimawandel.
  2. Das Klima wandelt sich schon immer, ja, aber die natürlichen Schwankungen sind heute nicht mehr größer als die menschenverursachten. Das anthropogene Signal zeichnet sich immer deutlicher ab, und wir stehen ja erst am Anfang des Wandels. Wir können die maßgeblichen Klimaeinflüsse von der Sonne, von Landoberflächenänderungen, von Emissionen und vom Vulkanismus relativ gut unterscheiden. Auf natürliche Vorgänge zu hoffen, die dem Klimawandel entgegen steuern, wäre ein Glückspiel mit sehr schlechten Karten. Das kann nur mal für ein paar Jahre gut gehen.

Weitere Informationen können Sie der Langfassung (pdf, rd. 170 kB) entnehmen.

Hier können Sie die Kurz- und Langfassung zusammen herunterladen (pdf, rd. 170 kB). Dieser Text wurde am 7. Dezmember 2010 veröffentlicht.

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