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Klima heute – Was gibt es Neues?

Von Eike Roth
(
Eike.Roth@energie-fakten.de, Lebenslauf)

KurzfassungRoth

Panta rhei

„Panta rhei – alles fließt“, soll Heraklit gesagt haben. Damit meinte er weniger, dass laufend völlig neue und bisher ungeahnte Erkenntnisse auftauchen, sondern viel mehr, dass alle Erkenntnisse einem momentanen Status im Widerstreit von Meinungen entsprechen und dieser Status sich laufend ändert. Das dauernde Hin- und Herwogen des Widerstreits, mit abwechselndem Vorteil für die eine oder für die andere Seite, ist für Heraklit das Charakteristische unserer Welt. Beim Klima sind wir allem Anschein nach in einer solchen Phase einer Verschiebung des Status widerstreitender Meinungen. Was gestern noch galt, gilt heute nicht mehr. Was heute gilt, war gestern schon angedacht, aber verworfen worden. Was morgen gelten wird, ist unsicherer denn je.

Am Anfang war Unsicherheit

Etwa um 1980 wurde „das Klima“ zu einem heißen Diskussionsthema. Die CO2-Konzentration war stark angestiegen, CO2 war als Treibhausgas identifiziert und es war auch eindeutig wärmer geworden. Wie wird das weitergehen? Kommt es zu einer selbstverschuldeten Zerstörung unserer Lebensgrundlagen, oder ist alles nur (wieder einmal) eine Laune der Natur? 1980 konnte diese Fragen niemand seriös beantworten. Wir sahen uns einem Meer von Unsicherheiten gegenüber.

Dann kam die Forschung - und die brachte Sicherheit

Wissenschaftliche Untersuchungen wurden gestartet, in einem nie da gewesenen Umfang. Dann, nach 20 Jahren Anstrengung, war endlich die Unsicherheit der Sicherheit gewichen: Der Mensch war mit hoher Zuverlässigkeit als Klimasünder überführt. Der starke Temperaturanstieg im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts war durch natürliche Effekte einfach nicht mehr zu erklären. Die Folgen unseres maßlosen Tuns waren endgültig aus dem natürlichen „Klimarauschen“ herausgetreten. Alle Computer-Modelle zeigten, dass jedes „Weiter so“, unweigerlich in die Katastrophe führen musste. Nur ein rasches und drastisches Reduzieren der CO2-Freisetzung konnte die schlimmsten Folgen noch abwenden. Die „erneuerbaren Energien“ wurden auserkoren, dieses zu erbringen. Und die Europäer waren bereit, mit gutem Vorbild voranzugehen, die Anderen würden dann schon folgen.

Die Wiederkehr der Unsicherheit

Das war noch vor einigen Jahren so. Heute sieht Manches anders aus. Seit 1998 ist es auf der Erde (global) nicht mehr wärmer geworden, obwohl die CO2-Konzentration weiter stark angestiegen ist. Das wollen Viele immer noch nicht wahr haben, aber die Fakten sind eindeutig. Dieser Stopp der Erwärmung war von keinem Computer-Modell vorhergesagt worden. Ob, wann und wie die Erwärmung wieder weitergehen wird, weiß heute niemand. Daher müssen auch viele andere Fragen neu gestellt werden, auf deren Beantwortung aus dem Computer wir uns bisher verlassen haben, z. B. auch die nach der Verursachung. Nur an der Physik hat sich nichts geändert, den Treibhauseffekt gibt es selbstverständlich nach wie vor. Wir sind nur unsicher geworden, wie groß er wirklich ist. Zusätzlich ist auch das Umfeld schwieriger geworden: Die internationale Finanzkrise 2008 hat den Fokus wieder auf das Geld gerichtet. Können wir uns den angedachten Lösungsweg überhaupt leisten? Gibt es keinen billigeren? Und werden unserem guten Beispiel wirklich Andere folgen? Es wird spannend, wie wir mit diesen erneuten Unsicherheiten umgehen werden.

In der Langfassung (pdf, rd. 80 kB) wird ausführlicher dargelegt, was sich tatsächlich in letzter Zeit geändert hat und es werden Überlegungen über die daraus zu ziehenden Konsequenzen angestellt. Für weitere Informationen zum Klimaproblem siehe auch folgende Energie-Fakten Beiträge:

Hier können Sie Kurz- und Langfassung gemeinsam als PDF downloaden (PDF, rd. 80 kB). Dieser Beitrag wurde am 22. Januar 2009 veröffentlicht.

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