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 Veröffentlicht: 1. Juni 2001

Wieviel Energie können wir einsparen?

Von Joachim Grawe
(
Joachim.Grawe@energie-fakten.de)Grawe

Kurzfassung

Energiesparen ist eine – heute unbestrittene – Notwendigkeit. Im 20. Jahrhundert wurden dabei schon große Erfolge erzielt. Die Energie-Intensität der deutschen Volkswirtschaft (Energieverbrauch je 1000 $ Sozialprodukt) ist in den letzten 25 Jahren um den Rekordwert von 36 % zurückgegangen. International ist Deutschland in der Effizienz des Energieeinsatzes führend. Die Sicherung der Versorgung und der Klimaschutz erfordern aber weitere Anstrengungen sowohl bei der Bereitstellung wie bei der Nutzung von Energie.

Verhaltensänderungen der Verbraucher, technische Verbesserungen bei Gebäuden, Maschinen und Geräten, u. a. durch Mikroelektronik, und Wechsel zu besseren Verfahren sind die Wege zu mehr Energiesparen. Dazu kommt der Verzicht auf unnötige Energiedienstleistungen. Preisanhebungen haben bei Strom und – eingeschränkt – auch bei Benzin nur begrenzte Wirkungen.

Die oft genannten technischen Sparpotentiale besagen wenig. Es kommt auf die ökonomisch-ökologisch realisierbaren Potentiale an. Spezifische Einsparwerte, etwa je Produkteinheit in der Industrie, führen nicht unbedingt zu absoluten Verbrauchssenkungen. Steigende Produktion (oder in anderen Bereichen die Bevorzugung größerer Autos oder mehr Kleinhaushalte mit eigenem Grundbedarf) kann die spezifischen Rückgänge überkompensieren. Letztlich lassen sich fundierte Aussagen darüber, wieviel Energie bis 2010 oder 2020 voraussichtlich wirklich eingespart wird, nicht machen.

Unerläßlich ist die Unterscheidung zwischen Raum- und Prozeßwärme, Treibstoffen (Straßen- und Luftverkehr) und Strom. Auf Raum- und Prozeßwärme entfällt mit mehr als 60 % der bei weitem größte Anteil am Endenergieverbrauch. Bei den privaten Haushalten ist dieser noch weit höher. Der Stromverbrauch wird trotz aller Sparerfolge weiter zunehmen. Hier gilt der Satz: „Immer weniger Strom je Anwendung, aber immer mehr Anwendungen von Strom”. Vielfach ermöglicht erst der (geringe Mehr-) Einsatz von Strom die Verringerung des Verbrauchs an Brennstoffen für die Wärmeerzeugung. Man spricht dann von „Ökowatts” als Pendant zu den „Negawatts” (Stromeinsparungen).

Der von E.-U. von Weizsäcker als Ziel vorgeschlagene "Faktor 4" in der Verbesserung der Energie-Produktivität (vierfach bessere Energieausnutzung) würde 46 Jahre lang jährlich zweieinhalbmal so hohe Sparerfolge bedingen wie im langjährigen Durchschnitt (gut 1 % pro Jahr). Das ist wenig realistisch. Nicht einfach "wegsparen" läßt sich der Atomstrom. Er deckt immerhin die Hälfte unseres Grundlastbedarfs.

Weitere Informationen können Sie der Langfassung entnehmen.


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