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 Veröffentlicht: 11. Januar 2007; Aktualisiert: Juli 2011.

Was bringt der Energieausweis für Gebäude?

Von Martin Dehli
(
Martin.Dehli@energie-fakten.de, Lebenslauf Link zur Hochschule Esslingen)

KurzfassungDehli

Die Energieeffizienz von Gebäuden muss durch einen Energieausweis (Energiepass) nachgewiesen werden. Dies betrifft nicht nur Wohngebäude, sondern auch andere Gebäudetypen; dabei werden nicht nur – wie schon bisher seit 1995 – Neubauten, sondern auch bestehende Gebäude erfasst. Die Pflicht zum Energieausweis ergibt sich aus der Umsetzung der Richtlinie „Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden“ der Europäischen Union (EU) in deutsches Recht. Bei der Erstellung von Energieausweisen kann grundsätzlich nach zwei Verfahren vorgegangen werden:

  • Der Ausweis wird nach dem theoretisch berechneten Energiebedarf erstellt, wobei bei den vielfältigen Gebäudeausführungen wegen der oft schwierig zu erfassenden Einflüsse von Gebäudehülle, Gebäudeform sowie installierter Wärmetechnik mit einem erheblichen Aufwand – und damit mit erheblichen Kosten – zu rechnen ist (Bedarfsausweis; bedarfsorientierter Energieausweis).
  • Der Ausweis wird auf der Grundlage des gemessenen tatsächlichen Energieverbrauchs erstellt, soweit dieser für die letzten Jahre bekannt ist. Durch Korrekturen kann dieser Verbrauch um untypische Einflüsse bereinigt werden. Dabei ist von geringeren Kosten für die Erstellung des Ausweises auszugehen (Verbrauchsausweis; verbrauchsorientierter Energieausweis).

Die Pflicht zum Energieausweis für Bestandsgebäude ist in der – 2007 novellierten – Energieeinsparverordnung (EnEV) verankert:

Seit 2008 besteht die Pflicht zum Bedarfsausweis für Gebäude mit bis zu vier Wohnungen, die vor dem 1.11.1977 und damit vor Wirksamwerden der ersten Wärmeschutzverordnung errichtet wurden. Ausgenommen von dieser Pflicht werden Wohngebäude, die in der Zwischenzeit saniert worden sind und mindestens den energetischen Stand der ersten Wärmeschutzverordnung erreicht haben. Für diese besteht ebenso Wahlfreiheit wie für alle Wohngebäude, die nach 1978 errichtet wurden.

Die Energieeffizienz von Gebäuden spielt auf dem Immobilienmarkt eine größere Rolle als bisher. Der Energieausweis für bestehende Gebäude, den Verkäufer oder Vermieter den Kauf- und Mietinteressenten vorzeigen müssen, soll hierzu beitragen.

Der Energieausweis gibt mit einem Energiekennwert überschlägig Auskunft über die Energieeffizienz eines Gebäudes. Der Energiekennwert ist eine Angabe in Kilowattstunden je Quadratmeter und Jahr (kWh/(m2 a)). Z. B. kann für ein bestehendes älteres Mehrfamilienhaus angegeben werden: Endenergiebedarf: Heizung 210 kWh/(m2 a), Warmwasser: 23 kWh/(m2 a), Kennwert (Gesamtwert 233 kWh/m2 a).

Dem Energiekennwert wird eine Bewertung in Form eines waagerechten „Bandtachos“ zugeordnet: dabei sind niedrige Werte grün, mittlere Werte gelb und hohe Werte rot dargestellt; der Energiekennwert wird auf dem farbigen „Bandtacho“ durch einen Pfeil angegeben.

Weitere Informationen können Sie der Langfassung entnehmen.
Hier können Sie Kurz- und Langfassung gemeinsam als PDF downloaden (PDF, 52 kB). Dieser Beitrag wurde am 11. Januar 2007 veröffentlicht und im Mai 2010 aktualisiert.

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