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Veröffentlicht: 15. Oktober 2010; Aktualisiert: 13. Dez. 2010

Was bringt das Energie-Konzept der Bundesregierung?

Von Manfred Popp (Manfred.Popp@energie-fakten.de)

Antwort

  1.    
     

    Videos: Energie-Konzept
    der Bundesregierung

       
     

    Prof. Dr. Manfred Popp Video (rd. 2:30 Min.) mit
    Prof. Dr. Manfred Popp

     

    Prof. Dr. Alfred Voß Video (rd. 2:33 Min.) mit
    Prof. Dr. Alfred Voß

     

    Prof. Dr. Alfred Voß Video (rd. 2:17 Min.) mit
    Dr. Joachim Pfeiffer (MdB)

     

    Wolfgang Wolf Video (rd. 1:53 Min.) mit
    Wolfgang Wolf

     
    Manfred Popp
    Elektromobilitšt im Energie-Konzept der Bundesregierung;
    Video (2:40 Min.)
     

     
    Video
    Die
    Energiestrategie der EU
     

     

    G. Oettinger Die Energiestrategie der EU
    Video (rd. 6:30 Min.) mit
    Günther Oettinger

    Bemerkenswert ist, dass die Regierung unter Bundeskanzlerin Merkel anders als die Regierungen der letzten 20 Jahre überhaupt ein Energiekonzept vorgelegt hat.
  2. Das Grundmuster des Energie-Konzepts ist eindeutig „grün“. Zum ersten Mal gibt eine Bundesregierung dem Klimaschutz höchste Priorität und erklärt die Absicht, die deutsche Energieversorgung auf eine völlig neue Grundlage zu stellen, denn 2050 sollen rund 80 % des Stroms und 50 % der gesamten Energie aus regenerativen Quellen stammen.
  3. Die wohl fühlbarste Maßnahme bilden die Ziele für die Wärmedämmung von Neubauten und den fast 20 Millionen bestehenden Gebäuden. Bis 2020 soll der Wärmebedarf um 20 % reduziert werden, bis 2050 um 80 %. Die hohen Kosten amortisieren sich erst über einige Jahrzehnte. Deshalb prüft die Bundesregierung, „wie das Mietrecht geändert werden kann, damit es künftig mehr Anreize für Eigentümer bietet, ihre Häuser energetisch zu sanieren.“ Die Diskussion über die drohenden Mieterhöhungen hat bereits begonnen.
  4. Sehr ehrgeizig sind auch die Planungen für den Ausbau der regenerativen Energien, deren Hauptlast von der Windenergie getragen werden soll. Off-shore Windparks sollen bis 2030 die bis dahin abgeschalteten Kernkraftwerke ersetzen. An Land soll bis 2020 eine etwas geringere Zahl von Windenergieanlagen die doppelte Leistung erbringen. Auch andere regenerative Energien sollen stark ausgebaut werden, insbesondere die Biomasse.
  5. Das Energie-Konzept geht davon aus, dass die Rückhaltung von CO2 aus dem Abgas von Kohlekraftwerken (CCS) ab 2025 marktreif sein wird und den Bau von klimaneutralen Kohlekraftwerken erlaubt.
  6. Große Ziele verfolgt die Bundesregierung auch bei der Elektromobilität. Da Strom weitgehend klimaneutral erzeugt werden kann, sollen bis 2020  1 Million, bis 2050 sogar 6  Millionen Elektrofahrzeuge auf unseren Straßen unterwegs sein. Diese Fahrzeugflotte soll dann auch als Speicher für elektrische Energie genutzt werden. Abgestellte Fahrzeuge könnten durch teilweises Entladen helfen, den Spitzenbedarf bei Engpässen im Angebot der erneuerbaren Energien zu decken
  7. Zum Energiekonzept gehört auch der Aufbau eines intelligenten Netzes und die Einführung von intelligenten Stromzählern. Der Netzausbau ist zwingend, da durch die große Kapazität der künftig überwiegend im Norden stehenden Windenergieanlagen und das spätere Abschalten der Kernkraftwerke sehr viel größere elektrische Leistungen über große Entfernungen transportiert werden müssen. Das Netz muss „intelligent“ sein, weil mit wachsendem Anteil der erneuerbaren Energien ständig ein Ausgleich für das schwankende Energieangebot gefunden werden muss, z. B. durch Energiespeicher, aber auch das Verschieben zeitlich flexiblen Bedarfs in Zeiträume eines guten Energie-Angebots.
  8. Das Energiekonzept verursacht einen Investitionsbedarf von jährlich 20 Milliarden. Die Strompreise werden deshalb weiter ansteigen. Die Autoren der Szenarien-Rechnungen, auf die sich das Energiekonzept stützt, betonen, dass ein solches Konzept erst umgesetzt werden darf, wenn ein rechtlich verbindliches internationales Abkommen zum Klimaschutz auch alle anderen Industrie- und die wichtigsten Schwellen-Länder zu ähnlichen Anstrengungen verpflichtet. Andernfalls wäre ein solches Programm gerade für den Export-Weltmeister Deutschland mit großen Wettbewerbsnachteilen verbunden.
  9. Hier liegt der eigentliche Grund für die Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke. Sie überbrückt die Zeit, bis ein internationales Klimaschutzabkommen den Klimaschutz durch Ausbau erneuerbarer Energien wettbewerbsneutral macht.
  10. Die Zuspitzung der öffentlichen Diskussion auf die Kernenergie hat bisher verdeckt, dass zum ersten Mal eine Bundesregierung dem Klimaschutz höchste Priorität gibt und sich zur führenden Rolle der erneuerbaren Energien in der Zukunft bekennt.

Weitere Informationen können Sie der Langfassung (pdf, 140 kB) entnehmen.

Hier können Sie die Kurz- und Langfassung zusammen herunterladen (pdf, 140 kB). Dieser Text wurde am 15. Oktober 2010 veröffentlicht.

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