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Endlagerung radioaktiver Abfälle in Deutschland

Von Dr. Bernhard Kienzler und Dr. Klaus Gompper
Bernhard.Kienzler@energie-fakten.de, Klaus.Gompper@energie-fakten.de

Kurzfassung

Radioaktive Abfälle aus der Kerntechnik, aber auch aus anderen Anwendungen der Industrie oder Medizin, sind so zu entsorgen, dass heutige und zukünftige Generationen vor schädlichen radioaktiven Strahlen zuverlässig geschützt werden. Für die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle werden deswegen weltweit tiefe, geologisch stabile Formationen bevorzugt.

In Deutschland wurde die Entscheidung getroffen, alle radioaktive Abfälle, die schwach-, mittel- und die hochradioaktiven, in tiefe, unterirdische Formationen zu verbringen. Für die hochradioaktiven Abfälle wurde der Salzstock Gorleben betrachtet. Es wurden unterschiedliche Einlagerungskonzepte entwickelt, das eine für verglaste Abfälle aus der Wiederaufarbeitung abgebrannter Reaktorbrennelemente, das andere für die direkte Endlagerung abgebrannter Brennelemente.

Das dabei verfolgte Mehrbarrierenkonzept – bestehend aus den Abfallprodukten selbst, den umgebenden Behältern, den Verschlussbauwerken des Endlagers und schließlich dem umgebenden Salzgestein – bewirken den vollständigen Einschluss der Abfälle. Von besonderem Vorteil ist, dass unter den erhöhten Temperaturen das viskoplastische Kriechen (im Laufe der Zeit sich einstellende, bleibende Verformung) des Salzgesteins zu einem relativ schnellen Verschließen von Hohlräumen und somit zur Isolierung der Abfälle von der Umwelt führt.

Die erforderlichen Sicherheitsnachweise erstrecken sich über sehr lange Zeiträume, die in den Ingenieurwissenschaften üblicherweise nicht betrachtet werden. Es ist deswegen erforderlich, detaillierte Einsichten in die Zusammenhänge und Wechselwirkungen zu gewinnen.

Ergebnisse von experimentellen Untersuchungen z. B. im ehemaligen Salzbergwerk Asse bestätigen die Prognosen. Für die Endlagerung liegen realisierbare Konzepte vor, die heutige und zukünftige Generationen vor den schädlichen Auswirkungen radioaktiver Strahlen zuverlässig schützen. Allerdings erfordert die Errichtung eines Endlagers einen ausreichenden gesellschaftlichen Konsens.

Weitere Informationen können Sie der Langfassung entnehmen.
Hier können Sie Kurz- und Langfassung gemeinsam als PDF downloaden (PDF, 32 kB). Dieser Beitrag wurde am 9. November 2006 veröffentlicht.

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