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Veröffentlicht: 7. November 2003.

Was hat es mit den handelbaren Emissionszertifikaten auf sich?

Von Rolf Linkohr
Lebenslauf unter www.Linkohr.de

KurzfassungLinkohr

Als neues Instrument zur Verminderung der Umweltbelastungen steht der Handel mit Emissions-Zertifikaten in Europa vor der Einführung. Die USA (in Bezug auf Schwefeldioxid), aber auch multinationale Unternehmen für ihre internen Aktivitäten verfügen schon über Erfahrungen damit.

Nach diesem System werden den Unternehmen – wie grundsätzlich schon bisher – Vorgaben für den Ausstoß von Schadstoffen gemacht, die jetzt aber entsprechenden „Verschmutzungsrechten“ gleichgesetzt werden können. Zugleich wird eine allgemeine Obergrenze gesetzt, die im Laufe der Zeit gesenkt werden kann. Aber die Unternehmen müssen die individuellen Vorgaben nicht zwingend einhalten. Sie können, wenn ihnen das günstiger erscheint, auch Emissionsrechte (Zertifikate) von anderen kaufen, die die Vorgaben übererfüllt haben. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis der Zertifikate. Damit sollen insgesamt die Kosten der Erreichung eines Umweltziels minimiert werden nach dem Prinzip, dass das ökologisch Notwendige ökonomisch effizient umgesetzt werden muss.

Nach dem internationalen Kyoto-Protokoll zum Schutz des Weltklimas von 1997 soll der Zertifikate-Handel für Klima-Schadgase ab 2012 weltweit eingeführt werden. Die Europäische Union (EU) geht dabei voran. Sie hat im Juli 2003 eine Richtlinie über den Handel mit Zertifikaten beschlossen. Diese tritt 2005 in Kraft und gilt zunächst für das bedeutendste Klimagas Kohlendioxid (CO2). Betroffen sind davon in der ersten Phase (bis 2007) nur die Energiewirtschaft und energieintensive Branchen.

Wie so oft, steckt der Teufel auch bei dem Zertifikate-Handel im Detail. Einige Fragen waren höchst strittig, z. B.: Wer soll zu Beginn wieviele Emissionsrechte erhalten (Höhe der jeweiligen Vorgabe), und nach welcher Methode werden diese zugeteilt? Oder: Inwieweit sollen Vorleistungen anerkannt, bisher vorbildliche Unternehmen also belohnt und säumige bestraft werden? Die EU-Richtlinie hat jeweils Kompromisse gefunden.

Auf die einzelnen Energieträger und –techniken wirkt sich der Zertifikate-Handel unterschiedlich aus. Anlagen zur Nutzung von Kernenergie und von Regenerativen Energien (jedenfalls die meisten von ihnen) haben Vorteile, da sie im Betrieb gar kein CO2 und bei einer „Lebensweg-Analyse“ deutlich weniger davon emittieren. Die fossilen Energien werden belastet, bes. die Kohle.

Hier können Sie Kurz- und Langfassung gemeinsam als PDF downloaden (PDF, 40 kB). Dieser Beitrag wurde am 7. November 2003 veröffentlicht.

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