Energie-Fakten -> Archiv -> Beiträge eigener Autoren -> Zu welchen Ergebnissen kommt die neue umfassende Studie ...
 Veröffentlicht: 21. April 2005

Zu welchen Ergebnissen kommt die neue umfassende Studie zum Ausbau der Windenergie ("dena-Netzstudie")?

Von Eberhard Wagner
(
Eberhard.Wagner@energie-fakten.de, )

KurzfassungWagner

Im Auftrag der bundeseigenen „Deutschen Energie-Agentur (dena)“ hat ein Konsortium aus Wissenschaftlern sowie Fachleuten des Bundeswirtschaftsministeriums, der Hersteller und Betreiber von Windkraftanlagen  und von Stromversorgern die groß angelegte Studie  „Energiewirtschaftliche Planung für die Netzintegration von Windenergie in Deutschland an Land und Offshore bis zum Jahr 2020 (dena-Netzstudie)“ erarbeitet.

Gegenstand der Anfang 2005 veröffentlichten Studie waren die Auswirkungen der verstärkten Nutzung der Windenergie und anderer erneuerbarer Energien auf die Stromversorgung, besonders die Stromnetze und den zukünftigen Einsatz von konventionellen Kraftwerken. Diese Auswirkungen ergeben sich vor allem aus der jeweils unterstellten installierten Wind-Kraftwerksleistung und ihrer örtlichen Verteilung im Verhältnis zu den Verbrauchsschwerpunkten und Stromtransportmöglichkeiten (Hochspannungsleitungen), sowie aus der schwankenden Verfügbarkeit der Windkraftanlagen und anderen regenerativen Energien, die sowohl zum jederzeitigen Ausgleich von Erzeugung und Verbrauch als auch zur Vermeidung von Überlastungen im Netz z. T. weitreichende Regelungsmaßnahmen erfordert.

Als Basisjahr wurde 2003 gewählt. Die installierte Windanlagen-Leistung (Kapazität) betrug etwa 14.500 Megawatt - MW (1 MW = 1.000 Kilowatt – kW). Dem stand eine gesamte Kraftwerksleistung der allgemeinen Versorgung von etwa 100.000 MW gegenüber; die Lastspitze betrug 76.300 MW. Für das Jahr 2020 wird eine gesamte Windkraftleistung von etwa 48.000 MW zugrunde gelegt.

Die Studie kommt zu folgenden wesentlichen Ergebnissen:

  1. Eine erhebliche Nutzung erneuerbarer Energien ist ohne das Vorhandensein eines großen konventionellen Kraftwerksparks und eines leistungsfähigen Übertragungsnetzes zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit nicht möglich.
  2. Bereits 2003 wurden diesbezüglich kritische Werte erreicht: Bei hoher Windstromerzeugung infolge Starkwinds wurden regional die Stromübertragungsanlagen an der Grenze ihrer Kapazität betrieben. Bei der kleinsten zusätzlichen Störung hätten großflächige Abschaltungen eintreten können. Diese Situation hätte sich kaskadenartig weiter ausbreiten können. Wenn zusätzliche Windkraftanlagen installiert werden sollen, ist ein Ausbau des Stromnetzes zwingend erforderlich.
  3. Das ursprünglich zu untersuchende Ausbauszenario mit einer installierten Windkraftleistung von 48.000 MW im Jahre 2020 ist aus versorgungstechnischen Gründen nicht realisierbar. Während zahlreicher Stunden des Jahres wäre keine ausreichende Regelleistung in Gestalt konventioneller Kraftwerke am Netz, Versorgungsunterbrechungen wären vorprogrammiert.

Die Studie beschränkt sich deshalb auf eine mögliche Windkraft-Ausbausituation mit etwa 36.000 MW, die bis 2015 erreicht sein soll. Hinzu kämen noch etwa 11.300 MW in anderen Anlagen zur Nutzung regenerativer Energien. Der Anteil der regenerativen Stromerzeugung an der Strombedarfsdeckung würde sich dadurch von derzeit weniger als 10 % auf etwa 20 % im Jahre 2015 erhöhen.

Die Konsequenzen dieses Ausbauszenariums werden in der Studie detailliert untersucht und in der folgenden Langfassung kurz beschrieben.

Hier können Sie Kurz- und Langfassung gemeinsam als PDF downloaden (PDF, 68 kB). Dieser Beitrag wurde am 21. April 2005 veröffentlicht.

Ein kostenfreies Programm zur Darstellung und zum Ausdruck von PDF-Dateien und zusätzlichem Browser Plug-In zur On-Line-Darstellung in Ihrem Browser erhalten Sie zum Beispiel unter folgenden Adressen:

Adobe Deutschland

Adobe International

Siehe auch

Jemandem diese Seite per Email empfehlen.

Hier können Sie gratis unseren Newsletter bestellen und sich über neue Antworten auf unserer Webseite informieren lassen.