Energie-Fakten -> Beiträge unserer Autoren -> Brückentechnologie Kernenergie
Veröffentlicht: 8. Juni 2010

Brückentechnologie Kernenergie

Wie verändert die globale Finanz- und Wirtschaftskrise das Bild von der Kernenergie als „Brückentechnologie“?

Von Dieter Herrmann
(
Dieter.Herrmann@energie-fakten.de, Lebenslauf)

KurzfassungD. Herrmann

Eine Brücke muss sicher von einem zum anderen Ufer führen! Das gilt im übertragenen Sinne auch für „Brückentechnologien“ der Energieversorgung. Dabei ist das eine „Ufer“ immer die reale Ausgangssituation, das andere die gesicherte Deckung künftigen Bedarfs. Letztendliches Ziel ist eine nachhaltige globale Energieversorgung, die im Prinzip in der Lage ist, jeden objektiv begründeten künftigen Bedarf hinreichend sicher, zuverlässig, umwelterhaltend sowie möglichst wirtschaftlich zu decken. Sinnvoll miteinander kombiniert, werden unterschiedliche „Brücken“ der gesamten Menschheit den Übergang dorthin ermöglichen.

Um die Jahrtausendwende schienen in einigen Industrieländern dank anhaltender Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Energiebedarf sowie großer Fortschritte bei erneuerbaren Energien die Voraussetzungen für einen baldigen Übergang zu „erneuerbarer“ Versorgung gegeben zu sein. Deutschland sah sich als einer der „Vorreiter“ dieser „Energiewende“. Im Jahr 2000 wurde der Ausbau erneuerbarer Energien per Gesetz weiter beschleunigt, Kernenergie dagegen durch Laufzeitverkürzung und Verbot des Neubaus von Kernkraftwerken möglichst ausschlossen. Doch wuchsen auch Zweifel an jener Strategie, besonders nachdem die Weltmarktpreise für Rohstoffe und Energie ab 2004 deutlich stiegen. Statt vermehrt den „Vorreitern“ zu folgen, machte international zunehmend das Wort von einer Renaissance der Kernenergie die Runde. Auch in Deutschland erhoben sich Stimmen für eine „Laufzeitverlängerung“ bestehender Kernkraftwerke. Als „Brückentechnologie“ sollen diese helfen, vor allem Zeit, aber auch Geld für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien zu gewinnen.

Mit der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise wird indes immer deutlicher, dass es eine nachhaltige Entwicklung für lediglich einzelne Länder oder Regionen nicht geben wird. Bestehende Unterentwicklung aber bremst gemeinsamen Fortschritt. Allein deren Überwindung dürfte bereits mit einer Vervielfachung des weltweiten Rohstoff- und Energiebedarfs verbunden sein. Dabei müssen unterschiedlichste Regionen auf ein Niveau gebracht werden, von dem aus gemeinsame Höherentwicklung überhaupt erst möglich wird. Sowohl hierfür, als auch für kommende Entwicklungsschritte wird es spezifischer „Brückentechnologien“ bedürfen, die vordergründig dem Erreichen wichtiger Teilziele dienen. Indem diese „Brücken“ zugleich aber auch die Fundamente für eine künftig nachhaltige globale Energie­versorgung sind, reicht deren Bedeutung weit über die jeweiligen Nahziele hinaus. Das gilt ganz besonders für die leistungsfähige „Brückentechnologie Kernenergie“. Als zuverlässige heimische Energiequelle ist sie einer der „Felsen in der Brandung“ globaler Krisen. Darüber hinaus kann sie durch technische Weiterentwicklung sowie sinnvollen Ausbau im Verbund mit fossilen Brennstoffen und erneuerbaren Energien weit mehr leisten, als nur für ein paar Jahre Zeitgewinn zu sorgen.

In der Langfassung wird herausgearbeitet, dass Kernenergie noch für lange Zeit eine wichtige Brücke in die Zukunft globaler Energieversorgung sein wird.

Weitere Informationen können Sie der Langfassung entnehmen.

Hier können Sie Kurz- und Langfassung gemeinsam als pdf downloaden (pdf, rd. 190 kB). Dieser Beitrag wurde am 8. Juni 2010 veröffentlicht.

Ein kostenfreies Programm zur Darstellung und zum Ausdruck von PDF-Dateien und zusätzlichem Browser Plug-In zur On-Line-Darstellung in Ihrem Browser erhalten Sie zum Beispiel unter folgenden Adressen:

Adobe Deutschland

Adobe International

Siehe auch:

Hier können Sie gratis unseren Newsletter bestellen und sich über neue Antworten auf unserer Webseite informieren lassen.