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Wie funktioniert die Benzinpreisbildung?

Am 2. April 2012 veröffentlichten die Energie-Fakten den Beitrag Hohe Benzinpreise – Welche Möglichkeiten hat der Staat in den Markt einzugreifen?

Von Dieter Schmitt
(
Dieter.Schmitt@energie-fakten.de, Lebenslauf)

KurzfassungSchmitt

Die Preise für Kraftstoffe (Normalbenzin, Superbenzin, Dieselöl) schwanken stark Die Tendenz ist derzeit steigend. Wenn sie heraufgesetzt werden, stellt sich leicht der Verdacht ein, die großen Mineralölgesellschaften wie Esso, Shell, BP (Marke „Aral“) und andere hätten sich abgesprochen. Immer wieder wird ein Einschreiten des Kartellamtes oder der Politik gefordert. Bisher konnte den Unternehmen aber in keinem Fall ein abgestimmtes Verhalten nachgewiesen werden.

Die wichtigste Kostenkomponente bei den Kraftstoffen ist das Rohöl. Bei seinem Preis auf den Weltmärkten gibt es ebenfalls ein Auf und Ab. In jüngster Zeit hat sich das Preisniveau erhöht. Aber die Preisbildung bei Benzin und Diesel wird von weiteren Faktoren beeinflusst, so vom Wechselkurs $ zu Euro und von der Nachfrage auf dem Großhandelsmarkt in Rotterdam. Dort kaufen die US-Amerikaner neuerdings verstärkt ein, weil ihre Raffineriekapazitäten nicht ausreichen, u. a. wegen Problemen in den Bundesstaaten am Golf von Mexiko (Hurricans !). Zudem sind die Kraftstoffe Koppelprodukte in der Raffinerieproduktion mit der Folge einer Mischkalkulation. Dabei wechseln die Anteile der einzelnen Erzeugnisse am Gesamterlös je nach der unterschiedlichen Marktsituation.

Hinzu kommt: Die Umweltanforderungen an Produktion und Produkte der Mineralölindustrie werden laufend verschärft, und auf Benzin und Diesel liegen zunehmend höhere Steuern. So entfielen im November 2004 von dem durchschnittlichen Tankstellenpreis für Superbenzin von 123 allein auf die Mineralölsteuer 65,5 und auf die Mehrwertsteuer 17 Cent pro Liter. Die Ökosteuer ist dabei noch nicht berücksichtigt.

Die örtlichen Preisunterschiede sind im wesentlichen zurückzuführen auf dieTransportentfernungen zu Raffinerien oder Tanklagern und auf die Marktverhältnisse. Freie Tankstellen, vor allem aber grenznahe ausländische sowie als Nebengeschäft etwa von Supermärkten betriebene Tankstellen drücken das Preisniveau. Die Marge der Tankstellenbetreiber ist gering. Diese müssen etwa zwei Drittel ihrer Gewinne durch andere Angebote dazu verdienen.

Weitere Informationen können Sie der Langfassung entnehmen.
Hier können Sie Kurz- und Langfassung gemeinsam als PDF downloaden (PDF, 120 kB). Dieser Beitrag wurde am 16. Februar 2006 veröffentlicht.

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