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 Veröffentlicht: 11. Mai 2003

Wohin geht die Kernenergie in den USA?

Von Firedrich Kienle
(
Friedrich.Kienle@energie-fakten.de, Lebenslauf)

KurzfassungKienle

Die amerikanische Kernenergiewirtschaft hat in den letzten 15 Jahren erstaunliche Fortschritte erzielt. Die Verfügbarkeit der Anlagen ist inzwischen mit vielfach über 90 % fast so hoch wie diejenige deutscher Kernkraftwerke (KKW). Mit der gleichen Anzahl von Anlagen wurde deshalb 2001 ein gutes Drittel mehr Atomstrom erzeugt als noch Anfang der 1990er Jahre. Die Stromerzeugungskosten von ¾ der KKW konnten auf niedrige 1,73 US-Cents je kWh gesenkt werden. Damit wurde die Wettbewerbsfähigkeit mit den (in den USA sehr günstig produzierenden) Gas- und Kohlekraftwerken wieder hergestellt. Durch Unternehmenszusammenschlüsse und andere Maßnahmen sind fachlich kompetente und finanziell starke Betreiberunternehmen entstanden.

Für eine Reihe von Anlagen haben die Behörden die Betriebsdauer (von bisher genehmigten 40) auf 60 Jahre verlängert (Zum Vergleich: Nach dem deutschen „Atomausstiegsgesetz“ Verkürzung auf 32 Jahre!). Für nahezu alle übrigen wurden entsprechende Anträge gestellt bzw. sind solche geplant. Die Aufsichtsbehörde Nuclear Regulatory Commission konnte davon überzeugt werden, dass es sinnvoll ist, die Eigenverantwortung der Betreiber für die Anlagensicherheit zu stärken und die staatliche Überwachung auf wirklich sicherheitsrelevante Punkte zu konzentrieren, d. h. formale Regelverstöße (die in Deutschland eine große Rolle spielen) geringer zu bewerten. Die Sicherheitskultur hat sich wesentlich verbessert. Allerdings erreicht sie noch nicht das hohe Niveau wie in Deutschland. Der Kongress hat dem Bau des Endlagers für hochradioaktive Abfälle im Yucca Mountain (Nevada) zugestimmt.

Die Perspektiven der Kernenergie in den USA werden sehr positiv beurteilt. Die Bush-Administration sieht in ihr ein wesentliches Element der künftigen Energieversorgung, auch unter dem Aspekt des Klimaschutzes. Durch Leistungserhöhungen bei bestehenden Anlagen sollen in den nächsten Jahren zusätzliche 10.000 Megawatt Leistung realisiert werden. Ein Unternehmens-Konsortium will in sog. Public-Private-Partnership (d. h. in Zusammenarbeit mit staatlichen Institutionen) bis 2010 den ersten neuen Reaktor mit weiter deutlich verbesserten Sicherheitseigenschaften bauen. Durch vorherige Standortgenehmigungen und ein einstufiges Genehmigungsverfahren soll die Genehmigungs- und Bauzeit verkürzt werden.

Der Terroranschlag vom 11. September 2001 hat den Amerikanern abermals die Verwundbarkeit der Ölversorgung bewusst gemacht und der Kernenergie neuen Auftrieb gegeben. Die Zustimmung der Bevölkerung zum Bau neuer KKW ist seither so hoch wie lange nicht mehr.

Näheres ist der Langfassung (pdf, 28 kB) zu entnehmen.

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